Gerhart Hauptmann

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Der Namensgeber unserer Grundschule, war ein bedeutender Dramatiker und Dichter.

  • Geboren 1862 in Ober-Salzbrunn (Schlesien)
  • Gestorben 1946 in Agnetendorf (Riesengebirge)

 

Gerhart Hauptmann für Kinder

"Hauptmann, du fliegst in Arrest (Nachsitzen), pass auf! Ich hab` dich schon zweimal aufgerufen!"

So wurde der junge Gerhart oft von seinen Lehrern ermahnt. Gerhart Hauptmann war also kein Musterschüler. Ganz im Gegenteil. Er war ein Träumer. Er dachte sich Geschichten aus. Er war aber auch gerne draußen im Wald, auf den Wiesen und den Bergen. Gerhart fühlte sich wohl in dem kleinen Kurort Obersalzbrunn (Schlesien), in dem er geboren worden war (1862), wo seine Eltern ein Hotel leiteten, wo er frei war, und er konnte nicht begreifen, warum er zur Realschule nach Breslau gehen musste. Aber wie alle Eltern, wünschten sich auch Gerharts Eltern, dass er einmal einen Beruf ausüben könne, mit dem er genug Geld für sich und vielleicht auch für seine Familie verdiene. Wie sehr hat er dort in der großen Stadt Breslau an Heimweh gelitten! Carl, sein älterer Bruder, der auch in die Realschule ging, hat ihn getröstet, aber ein guter oder nur mittelmäßiger Schüler ist Gerhart nie geworden. Gedichte schreiben, Geschichten erzählen, das konnte er. Aber das genügte den Lehrern nicht und so wollte Gerhart lieber die Landwirtschaft erlernen, d.h. er arbeitete auf einem Bauernhof. Hier hatte er zwar Zeit zum Nachdenken, zum Träumen und auch zum Malen, jedoch wurde die Bauernarbeit mit der Zeit eintönig. Gerhart erkannte, dass seine Zukunft etwas mit Kunst zu tun haben musste, also mit Malen, Bildhauern, Dichten, Erzählen und etwas mit den Menschen, die er gern beobachtete und über die er sich voller Interesse Notizen machte. Und so teilte er seinem Vater den Entschluss mit, wieder nach Breslau zu gehen und Kunst zu studieren. Mancher Vater hätte sich über einen Sohn geärgert, der wie Gerhart auf der Schule und in der Lehre keinen Erfolg hatte, aber der alte Hauptmann sagte seinem Sohn etwas Wichtiges, das ihm sehr geholfen hat. 

Er sagte, dass man ein Ziel haben müsse, und wenn Gerhart eben nicht körperlich arbeiten konne, sondern mit seiner Phantasie etwas tun wolle, so müsse er unerschütterlich daran glauben, dass er eines Tages Künstler werde. Maler oder Bildhauer ist Gerhart jedoch nicht geworden, obwohl er weit gereist ist, um viele bedeutende Kunstwerke kennen zu lernen, aber auch um endlich zu begreifen, dass er eigentlich ein Erzähler, ein Dichter ist.

Gerhart hat Mary Thienemann geheiratet, was ein Glücksfall war, denn sie liebten sich sehr. Außerdem war Mary reich und so brauchte der Dichter Gerhart Hauptmann sich nicht ständig Sorgen zu machen, ob er mit dem Verkauf seiner Bücher auch genug Geld für seine Frau und seine drei Söhne verdiente. Die Hauptmanns wohnten einmal auf dem Lande, dann in großen Städten wie Dresden und Berlin, aber immer studierte Gerhart dort, wo er war, das Leben der Leute, z. B. eines Bahnwärters (,,Bahnwärter Thiel“), eines Segelmachers, (,,Fasching“), eines Fuhrmanns (,,Fuhrmann Henschel“). Dabei beobachtete er nicht nur die Menschen, sondern auch deren Umgebung so genau, dass man meint, wenn man die Geschichten liest, man lebe mitten unter diesen Leuten. Er beschreibt ganz genau die Wirklichkeit, die Natur, d. h. er erzählt naturalistisch. Wenn in einer Geschichte Erbsensuppe gekocht wird, meint man, man könnte die Suppe schon riechen, wie in Wirklichkeit.

Gerhart Hauptmann hat erfahren, dass die Menschen so sind wie ihre Umgebung. Das ist nicht schwer zu verstehen. Wenn ihr arm wäret und kaum etwas zu Essen hättet, würdet ihr von leckeren Speisen träumen und könntet euch sonst wenig Gedanken machen. Euer Denken wäre also abhängig von eurer Armut. Reiche Leute leben in guten Verhältnissen und werden ganz andere Dinge denken und tun. Sie brauchen keine Gedanken an das Sattwerden zu verschwenden. Ihr wisst, in welch schrecklichen Verhältnissen viele Menschen heute leben müssen. Auch zu Gerhart Hauptmanns Zeit, gegen Ende des letzten Jahrhunderts, gab es viele arme Menschen, die schwer arbeiten mussten und ganz wenig Lohn bekamen. Sie wurden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet. Sie verzweifelten. Aus Not taten sie etwas Böses, sie wurden schuldig. In seinem Schauspiel, „Die Weber“, zeigt Hauptmann den Kampf zwischen den reichen Fabrikbesitzern und den armen Arbeitern und das Traurige, das Dramatische ist, dass sich an der Lage der hungernden Weber nichts ändert. So etwas ist eine Tragödie, ein Drama.

Am wohlsten hat sich Gerhart Hauptmann immer in seiner Heimat, in Schlesien gefühlt und dorthin hat er sich zurückgezogen. Er wohnte zuletzt in einem kleinen Ort, Agnetendorf. Sein Leben war hier auch nicht ohne Sorgen. Er war oft sterbenskrank. Er hat sich mit seiner Frau nicht mehr verstanden. Er hat zum zweiten Mal geheiratet und noch einen Sohn bekommen. In dieser Zeit war er aber schon sehr berühmt, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Man hat ihm sogar 1912 den Nobelpreis verliehen. Schon damals hießen viele Schulen „Gerhart-Hauptmann-Schule“. Schlimm war dann die letzte Zeit vor seinem Tod (1946) in Schlesien. Es tobte der zweite Weltkrieg. Die Schlesier mussten fliehen. In der Angst, aus seiner Heimat vertrieben zu werden, starb Gerhart Hauptmann in Agnetendorf. Er wurde auf Hiddensee, einer kleinen Ostseeinsel, begraben.

Wenn ihr später seine Bücher lest, dann merkt euch, was der Dichter sich vorgenommen hatte: Er wollte nichts anderes als den Menschen wichtig nehmen. Vielleicht könnt ihr ihn dann besser verstehen und begreifen, warum eine Schule wie unsere „Gerhart-Hauptmann-Schule“ heißt.